Sobald ich mich bei Facebook einlogge, wird mein Newsfeed überschwemmt. Ich sehe weichgespülte Photoshop-Bilder, viel zu tiefe Einblicke in die Privatssphäre und einen Haufen konstruierter Persönlichkeiten. Die Plattform ist voll von Selbstdarstellern, gespaltenen Persönlichkeiten und verlorenen Menschen.

Facebook ist für viele zu einem Medium geworden, das ihre unerfüllten Wünsche wahr werden lassen kann

Zumindest virtuell. Denn sie können hier ausleben, was sie sich in Wirklichkeit nicht trauen. Vor dem Bildschirm werden sie mutig und kreieren eine perfekte Person. Eine Online-Persönlichkeit ohne Ecken und Kanten. Sie leuchten ihre schönen Seiten aus und verstecken ihre Schatten. Genauso wie viele tausende andere auch. Jeder sieht die scheinbare Perfektion auf seinem Bildschirm und strebt diese an. Bewusst oder unbewusst.

Hier sind 5 Anzeichen, dass du ein Facebook-Ego hast

Facebook macht schlechte Laune? Vielleicht liegt es daran, dass du zu viel Zeit auf der Seite mit dem f-Logo verbringst. Diese Energie könntest du in deine Selbstvewirklichung stecken. Vielleicht findest du dich bei dem einen oder anderen Punkt wieder. Oder erkennst das Online-Verhalten deiner Freunde.

1.Du bist zu einem Foodographer mutiert

»Seht her, DAS habe ich zum Mittag gegessen.« Wenn du die Mahlzeiten dieser Person sehen willst, musst du nur auf ihr Profil klicken. Dort hat sie für dich dir und für all anderen Freunden netterweise Frühstück, Mittagessen, Abendbrot und alle Snacks dazwischen fotografisch dokumentiert. Denn es ist sehr wichtig allen zu zeigen, was sie gegessen hast. Schließlich gibt es nichts Bedeutenderes.

2. Du baust dir eine Schein-Persönlichkeit auf

Du hast bereits 32 Selfies geschossen. Doch das perfekte Bild ist einfach immer noch nicht dabei. Der Winkel stimmt einfach nicht und die Sonne ist gerade hinter einer Wolkendecke verschwunden. Gleich hast du es. Nur noch 20 Versuche.

Da ist es. Die Krönung der Smartphone-Photographie. Besser als das Bild der letzten Stunde. Mindestens genauso gut wie die Selfies der letzten Tage.
Das ideale Bild wird mit passenden Hashtags versehen. Nofilter, nomakeup. Du lässt die Online-Welt glauben, dass du so aufgewacht bist und der erste Schuss ein Treffer war. Denn die verwackelten Versuche wird niemand zu Gesicht bekommen.

Auch die anderen Posts sind bis ins letzte Detail geplant. Du veröffentlichst nur das was du zeigen willst. Das beste Bild vom Urlaubsstrand, statt das schreckliche Hotel. Die 1 in Englisch, statt die 4 in Mathe. Das leuchtende Partybild, statt den verkaterten Morgen danach. Alles andere exisitert auf deinem Profil nicht.

3. Du verbringst zu viel Zeit auf der Social Media Plattform

Eigentlich wolltest du nur kurz deine Emails checken aber Facebook war zu verlockend. Vielleicht hat dein Kumpel geschrieben oder eine Seite, der du folgst, hat einen neuen Artikel hochgeladen. Oder es ist etwas völlig anderes spannendes passiert, was du um keinen Preis verpassen darfst. Nur ein kurzer Klick. Ein paar Minuten mehr nicht.

Ehe du dich versiehst, hast du deinen ganzen Vormittag auf Facebook verbracht, obwohl die andere Pläne hattest. Die Seite hat dein Bewusstsein eingesaugt und dich blind und taub für alles andere gemacht.

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4. Die Anzahl der Likes entscheidet über deine Laune

Hat das neue Bild jemand gesehen? Du willst unbedingt mehr Likes als dein Freund haben. Du willst gesehen und wahrgenommen werden. Wer dich ‚liked‘ mag dich und streichelt dein Ego. Denn je mehr Likes du hast, desto größer ist deine Bedeutung auf dieser sozialen Plattform. Du machst deinen Wert von der virtuellen Reaktion der anderen Leute abhängig. Ein blauer Daumen entscheidet, ob der Rest deines Tages Top oder Flop ist.

5. Du bist abhängig

Was online abläuft ist wichtiger als die Welt da draußen. Verfolgt dich Facebook  auf dem Laptop,  Tablet- und Smartphonebildschirm? Singt es dir Einschlaflieder und begleitet dich auf langweiligen Zugfahrten? Kommunizierst du mehr über diese Seite als mit deiner Stimme? Dann bist du süchtig nach Facebook. Das Gesichtsbuch dominiert einen großen Teil deines Lebens.

Finde die Balance, ohne abhängig zu werden.

Facebook ist wie Schlangengift. Die Dosierung macht es entweder zu einem tödlichen Toxin oder einem Heilmittel. Es bietet uns einzigartige Möglichkeiten der Vernetzung und weltweiten Kommunikation. Doch es hat auch viele Nachteile, wenn wir es zu einem großen Teil unseres Tages machen.

Wir können die Vorteile nutzen und das beste daraus machen, ohne süchtig nach diesem Medium zu sein. Es gibt so viel mehr da draußen als zeitfressende Online-Netzwerke.

 

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Bilder: Unsplash